Auflösung der Damenmannschaft

Seit 2008 bot unser kleiner Familienverein auch begeisterten Mädchen und Frauen die Möglichkeit Fußball zu spielen. Wir gehörten damit zu den wenigen Vereinen in Detmold die den Mädchen- & Damenfußball förderten. Mit sehr viel Engagement, Zeit und Einsatz lebte und unterstützte unser Vereinsvorstand und natürlich auch alle Trainer, Betreuer unsere Mädchen- & Damenabteilung.

In den vielen Jahren hatte sich unser Verein einen guten Ruf und ein noch größeres Netzwerk in ganz OWL aufbauen können. So nahmen unsere Mannschaften gern und sehr oft bei diversen Turnieren teil, bauten Freundschaften mit anderen Vereinen auf, wir konnten eigenen Nachfuchs fördern und sogar Sponsoren für den Frauenfußball begeistern. Eigene Turniere wie u.a. der Allianz Girls Cup oder der Barmer Damen Supercup wurden zu festen Veranstaltungen zu denen zahlreiche Mannschaften auch außerhalb Lippe kamen. Ein ebenso großes Highlight für unseren Club war sicherlich die Chance den Frauen Bundesliga Cup 2011 an dem der Herforder SV den VfL Wolfsburg im Detmolder Schulzentrum empfing, ausrichten zu dürfen. Dieses Spiel begleiteten damals ca. 300 begeisterte Fans des Frauenfußballs.

In den darauffolgenden Jahren wurde es auch für unseren kleinen Familienverein schwer Nachwuchs für unseren FCL zu finden. Die meisten Juniorinnen die aus der Schule kamen, gingen außerhalb Detmolds studieren, was zu Folge hatte das wir die Mädchenabteilung im Sommer 2015 auflösen mussten. Neben dem Problem als junger kleiner Verein der im Ortsteil Bentrup/Loßbruch mit ca. 1.100 Bewohnern zu Hause war, eigenen Nachwuchs zu gewinnen da es kaum geeigneten Nachwuchs oder Unterstützung durch das Dorf gab, wurden wir immer wieder mit dem Problem des Abwerbens eigener Spielerinnen durch andere Vereine u.a. den FC Donop-Voßheide etc. konfrontiert. Der FC Donop-Voßheide war leider nicht der einzige Verein der diese Vereinspolitik fuhr, aber wir wollen hier nun nicht weiter darauf eingehen. Diverse Beschwerden u.a. auch beim Kreisvorstand Detmold, verliefen leider im Sand. Es gibt schon zu wenig interessierte Fußballerinnen in Detmold, kaum Nachwuchs und sehr wenige Vereine in Detmold/Lippe die den Frauenfußball fördern und unterstützen wollen, aber müssen sich die Vereine nun die Spielerinnen gegenseitig abwerben ? Vor allem wenn es sich um Vereinen wie o.g. handelt deren erste Mannschaft in der Landesliga, zweite Mannschaft Bezirksliga spielen und eine dritte Mannschaft aufgebaut wird mit Spielerinnen die von anderen Mannschaften kommen die nur wie in unserem Fall eine Mannschaft haben ?      

Dabei wollen wir nicht das grundsätzliche Abwerben von Spielerinnen im Damenfußball verbieten, sondern lediglich die Art und Weiße wie so etwas abläuft, sich ein Verein bzw. vielmehr die Verantwortlichen hier verhallten massiv kritisieren. Talentierten Spielerinnen die Chance geben höher zu spielen ist kein Problem und sollte im Sinne aller Vereine und Verantwortlichen sein aber um eine zweite oder dritte Mannschaft zu verstärken um in der eigene Liga im eigenen Kreis besser zu sein ist nicht die Lösung der Probleme!

Nach dem sich diesen Sommer 2017 nach diversen Problemen und Streitereien untereinander auch die beiden Fußballkreise Lemgo und Detmold (Wir wollen nicht weiter darauf eingehen da die regionale Presse mehrfach berichtete) trennten und die Zusammenarbeit einstellten, sich die Kreisvorstände bzw. Staffelleiter nicht um die Mannschaften und Vereine kümmerten die in der Kreisliga B, bekannt auch als 7er Liga, spielten, es keine vernünftige Aufklärung gab, brach der Frauenfußball in Lippe weiter enorm zusammen. Die zerstrittenen Kreise suchten sich neue Partnerkreise, kümmerte sich nur um die 11er und 9er Mannschaften und machten weiter als ob nichts passierte. Der Kreis Lemgo schloss sich mit dem Kreis Herford zusammen und unser Kreis Detmold dem Kreis Paderborn an. Nach dem sich der zum Detmolder Fußballkreis gehörige und mit uns befreundete Blomberger SV kurz vor Ligaeinteilung mit dem zum Lemgoer Fußballkreis gehörigen RSV Barntrup als Spielgemeinschaft zusammen schloss und die die Kreisliga A wechselte, waren wir die letzte erste Mannschaft aus der 7er Liga die mangels Kadergröße nicht in die Kreisliga A auf Großfeld wechseln konnte o. Möglichkeiten dazu hatte. Aus sieben bis acht Mannschaften aus beiden Kreisen die in der Kreisliga B (7er) noch in der abgelaufenen Saison 16/17 kickten, blieben also nur wir übrig. Unser Vorstand erkundigte sich wie wir als Verein weiter Fußball spielen konnte. Die einzige Alternative war sich dem Kreis Schomburg der ebenfalls eine 7er Liga führte, anzuschießen. Da der Kreis Schomburg zu Niedersachsen gehörte, die Liga viele Wochen früher begann und hier in NRW noch Ferienzeit war, wir keine Vorbereitungsphase hatten, konnten wir zu einigen Spielen keine vollständige Mannschaft starten. Nach dem mit dem Spielbetrieb auch noch Verletzungen und berufliche Ausfälle dazu kamen, blieb uns leider nichts anderes übrig die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden. "Dies ist eine sehr bittere Geschichte und hat auf Grund der diversen Geschehnisse hier in den beiden Kreisen einen sehr sehr faden Beigeschmack. Neben anderen Vereinen haben auch wir als Club den Verantwortlichn der Fußballkreise schon vor Beginn der Saison unsere Meinung, Bedenken und die kommenden Probleme mitgeteilt. Mehr möchten wir dazu aber auch nicht mehr sagen, außer dass die Trennung der Kreise und die damit verbunden Probleme und Kompromisse die nun viele Vereine eingehen mussten, vermeidbar gewesen wäre! Aber dazu gehören auch die Verantwortlichen Personen an einen Tisch die Interesse an einer lückenlosen Aufklärung, der Beseitigung von Problemen und einer zukunftsorientierten gemeinsamen Zusammenarbeit im Frauenfußball haben. Eitelkeiten und private Probleme untereinander sind mehr als falsch am Platz.

Mit dem Spruch "Der Fisch stinkt meist am Kopf" wollen und müssen wir als Clubvorstand das Thema Frauenfußball wohl erst einmal zu den Akten legen. Wir beobachten nun wie die Saison weiter verläuft, schauen ob es Möglichkeiten für uns gibt zukünftig auch wieder Frauenfußball anzubieten und ob es eine entsprechende Basis von unserem Kreis dafür gibt" so FCL Vorsitzender Kuschick

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